Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie (AWO)
Führen ohne Burnout - Burnout erfolgreich vermeiden
Ein Abend-Workshop mit Vortrag des international renommierten Burnout-Forschers Prof. Dr. Michael Leiter4. DEZEMBER 2009
Ort: Aula der Universität Graz, Universitätsplatz 3 (Hauptgebäude), 18.00-20.30 UhrEs erwartet Sie ein interaktiver Abend, der Ihnen zusätzlich zu einem spannenden Vortrag auch direkt Rückmeldung über Ihren „Burnout-Faktor“ als UnternehmerIn oder als MitarbeiterIn gibt.
Die Veranstaltung ist kostenlos, aufgrund der interaktiven Elemente (direkte TED-Rückmeldung mit PowerVoting-Fernbedienung) bitten wir Sie um eine Anmeldung zu der Veranstaltung an anmeldung@argeburnout.at.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.argeburnout.at.
Einen psychologischer Test, der Ihnen Ihre aktuelle Beanspruchungs-Erholungsbilanz und damit die Burnout-Risikogefährdung zeigt, finden Sie auf diesen Seiten.
Die deutsche Übersetzung des Wortes „Burnout“ mit „ausgebrannt sein“ ist vielen geläufig. Doch was soll man sich genau unter diesem Begriff des „Ausgebrannt-Seins“ vorstellen?
Es handelt sich dabei um einen Zustand der inneren Leere, der totalen seelischen Verausgabung, bei der die Energiequellen des Menschen vollständig entleert sind und auch nicht, zumindest nicht so schnell, wieder aufgeladen werden können.
Viele Informationen und einen Online-Test dazu finden Sie auf der folgenden Seite.
Es gibt zum Glück selten so große Konflikte in Betrieben, die eine Mediation benötigen. Dennoch beherrschen Konflikte unseren Alltag in Unternehmen sehr deutlich. Bis zu 20 % der MitarbeiterInnen – auch in scheinbar gut laufenden Betrieben - sagen, dass sie mehrmals oder öfter Missverständnisse oder Streitereien mit KollegInnen erleben.
Produktivitätsverlust, Qualitätsmangel sind die betriebswirtschaftlichen
Kehrseiten dieses oft vernachlässigten Problems. In der Annahme, dass es
sich um kleine „Streitereien“ handelt, werden schwelende Konflikte
vernachlässigt und unter den Tisch gekehrt – wo sie dann aber leider
zum falschen Zeitpunkt wieder hervorkommen: In engen, zeitkritischen Situationen
wundert sich dann jeder, wieso es plötzlich so unfreundlich in der Firma
zugeht.
Wie sieht es im eigenen Betrieb aus, ist es bei uns schon kritisch, wenn ich
meinem Mitarbeiter mitteile, dass ein Ergebnis verbessert werden sollte? Mit
Sicherheit nicht, klare Kritik wird meist sogar deutlich gewünscht, diese
sollte jedoch konstruktiv sein. Wann aber muss von wirklichen Konflikten gesprochen
werden?
Eine kleine Checkliste kann hier helfen.
Überlegen Sie, wie die beteiligten Personen den Konflikt vermutlich sehen:
Je mehr Punkte hier bejaht werden müssen, desto kritischer ist es bereits. Ab vier Punkten sollte ein Konflikt bereits „Chefsache“ sein und gemeinsam behandelt werden.
Konflikte sind oft Ausdruck tieferliegender Probleme. Das vordergründig
genannte Thema ist oft nicht der Kern des Konflikts. Es sollten im Arbeitsumfeld
einige Dinge betrachtet werden: Gibt es zu viel und engen Zeitdruck? Ist dieser
kurz- und mittelfristig lösbar? Werden Ungerechtigkeiten erlebt? Wie sieht
die Arbeitsaufteilung aus? Wie oft gibt es positive Rückmeldungen über
Ergebnisse der MitarbeiterInnen?
Dies sind nur einige mögliche Problemfelder. Produktivität, Fehlerhäufung,
Qualität der Produkte hängen jedoch mit dem Engagement und der Aufmerksamkeit
der MitarbeiterInnen zusammen. Diese MitarbeiterInnen und auch jene, die nur
am Rande beteiligt sind, leiden jedoch unter bereits geringem Konfliktpotential.
Nachhaltiges Konfliktmanagement bedarf einer guten Diagnose. Und diese zählt zu den Kernkompetenzen der Arbeits- und Organisationspsychologie. Damit wird ein gutes Bild über die Entwicklung von Konfliktprozessen und der „Konflikt-Nahtstellen“ im Unternehmen gezeichnet. Die Lösung der Konflikte führt letztlich wieder zu einem erhöhten Engagement und verstärkten Einsatz aller MitarbeiterInnen in der Firma und damit zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit im Markt.
Weitere Infos: Berufsverband für PsychologInnen, www.arbeitspsychologie.org, Dr. Paul Jiménez (Leiter Sektion Arbeits- und Organisationspsychologie für Steiermark). E-Mail: jimenez@arbeitspsychologie.org
Aktuelle Studien der Universität Graz gemeinsam mit research-team zeigen, dass Personen, die Teilzeit berufstätig sind, unter Umständen stärker Burnout – gefährdet sind, als Vollzeit Berufstätige. Welche Dinge sollte daher ein Unternehmen beachten, das seinen MitarbeiterInnen größere Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung bieten möchte?
Für die meisten ArbeitnehmerInnen (ca. 61%) ist die momentane Arbeitszeit
ideal. Unter den Vollzeitbeschäftigten ist der Wunsch nach einer Reduktion
aber recht ausgeprägt. Welche Gründe sind dafür besonders ausschlaggebend?
Nach den Gründen für die Berufstätigkeit gefragt, sind für
Frauen, die ja am häufigsten Teilzeit arbeiten, die nicht-finanziellen
Motive viel wichtiger als für Männer (s. Familienbericht Graz 2001
von Jiménez). Wenn eine Verringerung der Arbeitszeit angestrebt wird,
geht es daher besonders um die Vereinbarkeit von Familie/Privatleben und Beruf:
Die Vereinbarkeit wird sogar an zweiter Stelle der Wichtigkeit für die
Arbeitszufriedenheit genannt.
Eine Reduktion der Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten scheint daher eine ideale Lösung zu sein. Dennoch zeigen sich in der Praxis versteckte und bisher wenig beachtete Gefahren:
Die größte Beanspruchung in der Arbeit zeigt sich nicht bei ganztägig
Beschäftigten, sondern bei Personen mit Teilzeit. Diese haben auch erhöhte
Werte für ein Burnout-Risiko. Insbesondere Frauen haben hier höhere
Gefährdungsmomente.
Wo liegen aber die Gründe für diese höheren Beanspruchungen?
Allgemein werden hier in erster Linie Mehrfach-Belastungen (Beruf, Haushalt,
eventuell sogar mehrere Jobs) angenommen. Neueste arbeitspsychologische Untersuchungen
zeigen jedoch, dass es weitere Fallen bei einer Arbeitszeitreduktion
gibt.
Noch zu wenig beachtet ist die Gefahr des Ausklammerns aus der Karriere- und Weiterbildungsschiene. Es ist immens wichtig, für alle MitarbeiterInnen gleichwertige Möglichkeiten zu bieten. Dies bedeutet z.B. auch die Berücksichtigung bei Schulungsmaßnahmen oder auch in „einfachen“ Besprechungen. Eine nächste mögliche Falle bei einer Arbeitszeitreduktion ist jedoch, wenn die Arbeitsinhalte weniger Herausforderung oder Inhalte enthalten. Dies sind jedoch entscheidende Faktoren für die Motivation im Arbeitsleben.
(Auf Bild klicken für große Version)
Teilzeit-Arbeit ist also nicht immer und prinzipiell das ideale Ziel. Wenn es aber um die Reduktion von Vollzeit auf Teilzeit geht, gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Es muss stets die Situation des Betriebs und der ArbeitnehmerInnen beachtet werden. Die Planung einer für Betrieb und ArbeitnehmerInnen idealen Arbeitszeit kann durch ArbeitspsychologInnen gut unterstützt werden. Bereits durch einfache Maßnahmen kann ein sehr hoher Gewinn für beide Seiten erzielt werden.
Weitere Informationen: Berufsverband für PsychologInnen, jimenez@arbeitspsychologie.org
.
Arbeits- und OrganisationspsychologInnen beschäftigen sich mit psychologischen Faktoren arbeitender Menschen.
PsychologInnen, die in und für Betriebe/Organisationen arbeiten, haben eine tiefgehende und grundlegende Ausbildung, die kritischen Aspekte, die im Humanbereich wichtig sind, zu erfassen. Aufgrund einer seriösen Analyse können weitere Schritte gemeinsam mit allen Beteiligten geplant und umgesetzt werden.
Wir werden hier eine Liste von ExpertInnen vorstellen. Bitte wenden Sie sich
derzeit bei der Suche und Anfragen an
jimenez@arbeitspsychologie.org
(s. auch Kontakt).
Mit 01. Jänner 2002 ist ein neues ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in Kraft getreten: Neben Sicherheit und Gesundheitsschutz sorgt der Betrieb nun auch für das "psychische Wohlbefinden" seiner MitarbeiterInnen.
"Sicherheit" und "Gesundheitsschutz" im Betrieb sind nun schon seit vielen Jahren im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz fest verankert. Für die Gewährleistung im Betrieb sind in der Regel Sicherheitsfachkräfte und ArbeitsmedizinerInnen mitverantwortlich - und dies mit Erfolg. Vermehrte technische Sicherheit hilft, Arbeitsunfälle zu senken sowie die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz körperliche Beschwerden in vielen Fällen gar nicht erst entstehen lässt. Doch ist damit ein umfassender Schutz des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin heute wirklich garantiert?
Das neue ArbeitnehmerInnenschutzgesetz sieht mit der "psychologischen Arbeit" im Betrieb eine wesentliche dritte Präventionssäule vor, um psychisches Wohlbefinden bzw. psychisch-geistige Gesundheit der ArbeitnehmerInnen zu erhalten bzw. zu fördern. Stress, Burnout und andere "psychische" Gefahren gilt es mit Hilfe von arbeitspsychologischen Kenntnissen zu vermeiden bzw. zu vermindern.Die Grundlage für die Arbeitspsychologische Prävention ist das Arbeitnehmerschutz-Reformgesetz (ANS-RG, 2001), §82a, 5:
"(5) Der Arbeitgeber hat pro Kalenderjahr die Sicherheitsfachkräfte im Ausmaß von mindestens 40 vH und die Arbeitsmediziner im Ausmaß von mindestens 35 vH der gemäß Abs. 2 und 3 ermittelten Präventionszeit zu beschäftigen. Zumindest im Ausmaß der restlichen 25 vH der jährlichen Präventionszeit hat der Arbeitgeber je nach der in der Arbeitsstätte gegebenen Gefährdungs- und Belastungssituation gemäß § 76 Abs. 3 bzw. § 81 Abs. 3 beizuziehende sonstige geeignete Fachleute, wie Chemiker, Toxikologen, Ergonomen, insbesondere jedoch Arbeitspsychologen, oder die Sicherheitsfachkräfte und/oder die Arbeitsmediziner zu beschäftigen."
Stärker noch als in früheren Zeiten ist es notwendig, die Person in den Mittelpunkt der Prävention zu stellen: Es geht nicht nur darum, äußere Faktoren zu beachten, die die Sicherheit beeinträchten können, sondern - auch im Sinne des Erfolgs für Unternehmen - die Menschen zu fördern, ihre Eigenverantwortlichkeiten zu stärken. Dies bedeutet auch, dass alle Faktoren, die hemmend und belastend sind, erfasst werden. Darauf aufbauend können Strategien entwickelt werden, die sowohl ArbeitnehmerInnen als auch der Arbeitgeberseite langfristig Erfolg bringen.
Was können ArbeitspsychologInnen für Ihr Unternehmen erreichen?
Wie können Sicherheitsfachkräfte und ArbeitsmedizinerInnen gemeinsam
mit zertifizierten ArbeitspsychologInnen erfolgreich arbeiten?
Fragen Sie für weitere Informationen nach. Nutzen Sie als Arbeitgeber die finanzielle Berücksichtigung der psychologischen Tätigkeiten durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Ergänzen Sie das Team der Fachleute in der Prävention mit kompetenten ExpertInnen.
Die Arbeitsgruppe AWO trifft sich zu Arbeitsgruppensitzungen.
Wenn Sie als Mitglied Interesse daran haben, hier teilzunehmen, wenden Sie sich
bitte an Dr. Jiménez.
Aktuelle Vorträge und Termine finden Sie auch auf der Sektionsseite des BÖP.
Die Sektion Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie (AWO) der Landesgruppe
Steiermark sieht sich als Servicestelle für
Mitglieder des BÖP in diesem Bereich und
alle an diesem Thema interessierten Personen.
Wenn Sie Fragen, Informationswünsche oder Anregungen haben,
ExpertInnen suchen, wenden Sie sich bitte an uns.
Die Leitung und Kontaktstelle der Sektion in der Steiermark ist
Dr. Paul Jiménez,
03117 5103, paul.j@research-team.at
www.research-team.at bzw.
Universität Graz, paul.jimenez@uni-graz.at, psyserver.uni-graz.at/aou/jimenez
Wenn Körperbatterien leer sind - Interview Steirische Wirtschaft am 10.12.2004
Kleine Konflikte - Große Wirkung - Steirische Wirtschaft am 19.11.2004
Risiko Teilzeitarbeit - Steirische Wirtschaft am 8.10.2004
